Was sind Psychosomatische Schmerzen?

Häufig reagieren Patienten mit starken Schmerzen ein wenig ratlos und resigniert auf die Diagnose: "Kein Organbefund". Das bedeutet, es konnte keine organische Ursache gefunden werden. Das bedeutet auch: keine Erklärung, kein Verständnis, keine Anerkennung der Erkrankung.

Für die Betroffenen ist die Erklärung „psychosomatische Störung“ ohne weitere Erklärung nicht hilfreich.

Das Dilemma von Schmerzpatienten ist einerseits die Unsichtbarkeit von Schmerz und andererseits ihr Wissen, dass es sich bei den Schmerzen nicht um eine psychische Störung handelt, da sich ihre Schmerzen eindeutig im Körper befinden. Sie fürchten die Unterstellung, dass sie sich ihren Schmerz lediglich einbilden.

Betroffene müssen wissen, was sie sich unter psychosomatischen Schmerzen vorstellen sollen, sonst können und werden sie in der Therapie nicht mitarbeiten und die Mitarbeit des Patienten ist unerlässlich.

Wenn trotz vielfältiger Diagnostik kein ausreichend erklärungskräftiger Befund für vorliegende Schmerzen gefunden werden kann und wenn der Schmerz trotz vieler Behandlungsversuche über die Zeit hinweg häufiger auftritt oder stärker wird, oder wenn Schmerzen auf Behandlungsversuche erst gut reagieren dann aber erneut oder gar stärker wieder kommen, dann kann man dies als einen Hinweis auf psychosomatische Schmerzen werten.

Man sollte aber auch bedenken, dass es häufig somatisch-psychosomatische Mischformen gibt. Dann muss die Behandlung auch auf beide Formen ausgerichtet sein.